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Reisebericht aus fernen Gegenden Argentiniens (2. Teil)
Liebe Bergfreunde,
nach den ersten Erfahrungen in den Anden bei Mendoza und einem Aufenthalt im Ferienort in Bariloche ohne in den Bergen zu wandern oder zu klettern reiste ich nach Buenos Aires weiter, um dort auf die eigentliche Reisegruppe nach Patagonien zu treffen. Über Buenos Aires werde ich nur auf Wunsch solcher Bergfreunde berichten die vom tosenden Leben in der Grossstadt lesen wollen. Zur gebotenen Zeit trafen wir auf die Gruppe Schweizer Zeitgenossen, mit denen wir auf den Flugplatz fuhren. Dort gerieten wir in ein Riesengedränge, es war schwierig, die Schlange vor dem korrekten Schalter zu finden. Dort standen wir dann endlos, beobachteten das Personal, das immer weniger Handgriffe verrichtete, und einer nach dem anderen langsam davon schritt. Wir waren in einen wilden Streik des Bodenpersonals geraten. Das allein wäre ein eigenes Thema, allein, ich beschränke mich auf den Hinweis, dass wir zwei Tage später per Flieger nach Patagonien kamen, wo man uns verwundert begrüsste, waren wir doch der einzige Flieger, der heraus kam. Eine parallele Gruppe musste sich einen Bus chartern und 1.400 km lang anreisen, dazu brauchten sie zwei Tage. Den Besuch der Bucht mit den Walen und den Seelöwen darf ich als eindrucksvoll beschreiben, danach begann die Aufholjagd, da wir ja überall reservierte Unterkünfte und Touren hatten. So hockten wir denn bis zu zwölf Stunden im Bus und näherten uns über endlose Strassen mit und ohne Schotter den Anden.
Stark geplättet erreichten wir schliesslich die Berge um den Fitz Roy, (Foto 1) und übernachteten im Ort El Chaltén, bei angenehmen Trink- und Essensbedingungen. Der Fitz Roy ist nur 3.406 Meter hoch und umgeben von verschiedenen anderen steilen Zacken (Foto 2 - 3), die alle eindrückliche Absturzraten vorweisen können, errungen durch mutigste Kletterer aus Europa und den USA. Nicht so viel wie am Matterhorn und so weiter, aber das Klettergebiet ist noch vergleichsweise jung. Dort trafen wir erstmals auf eine Reisegruppe aus Chemnitz und es steht zu vermuten, dass auch sächsische Bergsteiger schon dort waren und weitere anmarschieren werden. Im Morgenlicht ist das noch eindrücklicher (Foto 4). Wir beschränkten uns auf eine Bergwanderung durch den Urwald aus Südbuchen in die Höhe (Foto 5). Angeführt wurden wir durch einen jungen lokalen Führer mit Rasta-Locken (Foto 6), der munter voran sprang und alsbald abgepfiffen werden musste, weil er so gar keine Rücksicht auf die langsameren Zeitgenossen nahm. Das Verstand er nicht, weil sein Englisch so schlecht war. Leider kamen wir um die Gestalt nicht herum, es war der obligatorisch uns zugeteilte Touri-Führer, eine Form der Arbeitsbeschaffung in dieser aufblühenden touristischen Gegend. Wir hatten mit dem Wetter ein unglaubliches Glück, ist die Gegend doch berüchtigt für ihre schnellen Wetterwechsel, was ganz besonders zu den Bergunfällen beigetragen hatte. Wir stiegen als kleines Glied in einer langen Schlange von Wanderern den Weg zu einem Vorgipfel unterhalb des Fitz Roys und des Cerro Torres hinan, von wo aus wir einen eindrücklichen Blick auf einen vereisten Seen (Fotos 7) hatten. Die eindrucksvolle weite Landschaft (Fotos 8 & 9) erquickte uns auf dem Heimweg. Anderntags zogen wir erneut los und reihten uns in die nächste Schlange zu einem anderen See unterhalb des Cerro Torres ein. Der Himmel war grau, der Wind pfiff herrlich kalt und wir verkrochen uns hinter Steinwälle, die frühere Wanderer angelegt hatten um ein wenig geschützt ihre Stullen essen zu können (Foto 10). Das Spiel der Wolken mit den Felsen war imposant und bedrohlich, der Heimweg durch ein Unwetter wäre nicht so toll gewesen (Foto 11).
Am letzten Tag nutzten wir das wieder schöne Wetter, um früh auf einen weiteren Berg zu rennen, bevor die tägliche Schlange ihr Haupt erhob. Durch einen lieblichen Urwald kamen wir rasch voran (Foto 12), doch im oberen Teil mussten wir uns über ein Schotterfeld hoch würgen. Grandiose Aussichten und kalte Winde belohnten uns reichlich (Foto 13 & 14). Bergab kam die Touri-Schlange uns entgegen gekrochen.
Die nächste Etappe führt uns nach Calafate, der Ort mit den berühmtesten Gletschern Argentiniens.
Den dazugehörigen Bericht und einige Fotos kommen demnächst.
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