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Von unserem  Clubmitglied Thomas ein Reisebericht aus fernen Gegenden Argentiniens

Liebe Bergfreunde,

um ein wenig die Routine der Friensteiner im Wechsel der Jahreszeiten aufzulockern wage ich ein paar Zeilen von meiner Reise nach Argentinien zu übermitteln. Das ist auch Ansporn für Hannes, unbedingt die elektronische Informationsstrippe weiter zu pflegen. Ausserdem ist das ein Weckruf, Euch erneut an Euer exotisches Clubmitglied auf den fernen Schweizer Bergen zu erinnern.
Im Oktober kletterte ich in den Flieger nach Argentinien, weil ich mir das auf meine alten Tage nach meiner endgültigen Verrentung vorgenommen hatte. Viele Leute hatten erregt von der Schönheit Patagoniens geschwätzt, und ich wollte obendrein mein schwaches Spanisch aufmöbeln, und alles zusammen um langsamer zu verkalken.
Von Zürich aus segelte ich über Madrid nach Buenos Aires, woselbst ich strandete, da mein Flieger nach Mendoza weg war, ich war verspätet. Schon musste ich die Hilfe meines Taxifahrers in Anspruch nehmen, mit dem ich verschiedene Hotels um ein Bett abklapperte.
In den erste 5 Hotels bedeutete man mir ausgebucht zu sein, weil am nächsten Tag ein Riesen-Marathon in Buenos Aires stattfand zu dem alle einschlägigen Spinner des Landes zusammen gelaufen waren und die Betten besetzt hatten. Gut, im sechsten klappte es, ich wurde sogar sehr aufmerksam betreut, das Personal war offenkundig schwul.
Anderntags kam ich vor der Marathon-Prozession zum Flughafen und nach Mendoza. Mendoza liegt weit westlich von Buenos Aires am Fuss der Anden in einer wüstenähnlichen Zone. Allerdings holen die Argentinier genug Wasser aus den Bergen, um aufwendige Weingüter zu betreiben.
Dort ging ich zur Sprachenschule, die Lehrerinnen waren überwiegen jung, attraktiv und gnadenlos, was die Sprache betraf. Den reisenden Bergsteiger mag eher interessieren, dass dem hergelaufenen Touristen allerorten bester Wein in den Rachen geschüttet wird. Doch sind die Anden in Sichtweite, und die Schule bot den geistig ausgelaugten Schülern fürs Wochenende eine Wanderung in den Bergen an. Für ehrgeizigere gab es Klettertouren. Die Berge sind karg und die Wege unbezeichnet. Ein Bergführer ist angezeigt und bei Gruppen mit mehr als 4 Leuten obligatorisch. Allerdings sprechen diese Bergführer ein starkes argentinisches Spanisch und ein schwaches Englisch. Für den Sächsisch gefestigten wiewohl kletterstarken Friensteiner braucht es daher kundiger Anbahnung einer solchen Tour. Auch die gibt es, wie mir eine Gruppe Chemnitzer in Patagonien später versicherte. Der Nebel verdeckte die Aussicht auf die endlosen Bergketten, wie auf dem Foto Nr.1 zu sehen, doch soll es einen Weg durch die gesamten Anden Südamerikas von Nord nach Süd geben, so 5.000 bis 6.000 Kilometer lang, ohne Hütten und Zeichen, versteht sich. Da bekommt der Bergsteiger an ausgewählten Stellen sein gewaltiges Echo zu hören, unzensiert.
Das Foto Nr. 2 zeigt fröstelnde Teilnehmer vor dem Ausflug in den Nebel. Die zarte Dame mit dem himmelblauen Anorak im dunklen Hüttenraum ging mit einem Kletterer an einen vereisten Felsen und hatte Mühe, danach ihre Finger wieder mit heim zu tragen. Die Sicherungen durch den argentinischen Vorkletterer beschrieb sie als dürftig bis verwegen. Sie hatte augenscheinlich Ahnung, kletterte sie doch üblicherweise in den Canyons bei Las Vegas. Bei 30 Grad höheren Temperaturen, allerdings.
Beim Aufstieg passierten wir eine verrostete Konstruktion die uns als die Überreste der ältesten Skiliftanlage Argentiniens bezeichnet wurde und andeutungsweise auf Foto Nr. 3 zu sehen ist. Einige der sehr stabilen Elemente erinnerten mich an den Skilift in Sebnitz in seiner Urfassung. Hat mal wer daran gedacht, den Sebnitzer Skilift unter Denkmalschutz zu stellen?
Foto Nr. 4 zeigt meine Gruppe am Höhepunkt der Wanderung beim Vespern. Der lustigste Teilnehmer zu jener Zeit war der Hund, er bekam von allen etwas ab.
Foto Nr. 5 gibt dann eine Ahnung der Berge mit einem riesigen Stausee im Vordergrund, der die Gegend um Mendoza versorgt, vor allem also die Weingüter, auf dem Rückweg aufgenommen, als wir auf der Staubpiste aus dem Nebel rumpelten.

Meinen Bericht würde ich gern fortsetzen. Ich würde dann von den wirklichen Felsen, Gletschern und Seen in Patagonien berichten.

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